Selber kochen für Hunde — der Anfänger-Guide — selber kochen für Hunde, Hundefutter selber machen
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Selber kochen für Hunde — der Anfänger-Guide

Du willst für deinen Hund kochen, weisst aber nicht wo anfangen? Hier kommt der ehrliche Anfänger-Guide mit Mengen, Verhältnissen und Wochenplan.

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Nami auf dem Bett — entspannt nach einer frisch gekochten Mahlzeit

Wir haben mit Hähnchen + Reis + Karotte angefangen — der Klassiker. Erst nach 2 Wochen mehr Variation reingebracht. Lieber Schritt für Schritt als sofort 5 Zutaten.

Letzten Sonntag habe ich bei einer Freundin die Küche betreten und dachte erst, sie kocht gross auf. Drei Töpfe, Hähnchenkeulen im einen, Reis im anderen, Karotten und Zucchini im dritten. Dann sagt sie: "Ach so, das ist nur für Bruno." Bruno ist ein 18 Kilo schwerer Mischling. Und sie kocht ihm seit zwei Jahren jede Woche frisch. Wenn du diesen Artikel liest, stehst du wahrscheinlich genau da, wo sie damals stand: Du willst loslegen, aber niemand sagt dir, was wirklich in den Napf gehört.

Das Grundverhältnis, das du dir merken solltest

Das Schöne am Selberkochen ist, dass du dich nicht an ein einziges Rezept klammern musst. Es gibt eine grobe Faustformel, und die funktioniert für die meisten gesunden, ausgewachsenen Hunde:

  • 60 Prozent Fleisch (mageres Muskelfleisch, gemischt mit etwas Innereien)
  • 20 Prozent Gemüse (gedämpft oder püriert)
  • 15 Prozent Kohlenhydrate (Reis, Kartoffeln, Hirse, Haferflocken)
  • 5 Prozent gutes Öl plus Supplemente

Klingt simpel, ist es im Kern auch. Wichtig: Diese Verhältnisse beziehen sich auf das gegarte Gewicht, nicht auf das rohe.

Welches Fleisch passt für den Anfang?

Bleib am Anfang bei Sorten, die dein Hund gut verträgt. Hähnchen, Pute und Rind sind unkompliziert. Lamm ist toll, aber fett. Schwein muss durchgekocht sein — das ist nicht verhandelbar. Bei einem Labrador, der gerne mal zu viel auf den Rippen hat, würde ich mit Pute starten. Bei einem schlanken Border Collie, der ständig in Bewegung ist, darf es ruhig auch mal Rind mit etwas mehr Fett sein.

Das Öl, an das niemand denkt

Hier wird oft gespart, und genau das ist der Fehler. Dein Hund braucht Omega-3-Fettsäuren, und die bekommt er nicht aus dem Hähnchen. Greif zu kalt gepresstem Lachsöl oder Leinöl. Ein Teelöffel pro 10 Kilo Körpergewicht reicht. Wichtig: Erst nach dem Kochen drüber, nicht mit erhitzen. Sonst sind die guten Fettsäuren hin.

Lachsöl gewinnt geschmacklich fast immer, vor allem bei mäkeligen Hunden. Leinöl ist die vegetarische Alternative und günstiger.

Vitamine — der Punkt, an dem die meisten scheitern

Ehrlich gesagt: Das ist der Teil, bei dem 80 Prozent der Anfänger einen Fehler machen. Selbstgekochtes Futter aus reinem Fleisch, Gemüse und Reis enthält viel zu wenig Calcium. Über Wochen führt das zu echten Mangelerscheinungen, gerade bei jungen Hunden.

Du hast zwei Wege:

  1. Calciumcarbonat aus der Apotheke (etwa 1 Gramm pro 10 Kilo Körpergewicht und Tag)
  2. Eierschalenpulver (selbst gemacht aus gekochten Bio-Eierschalen, fein gemörsert)

In unserer Community schwören viele auf Eierschalenpulver, weil es sich leicht selber machen lässt. Egal wie — lass diesen Schritt nicht weg. Ein guter Tierärztin-Termin am Anfang lohnt sich. Die meisten checken den Futterplan kostenlos oder gegen kleines Geld und sehen sofort, ob etwas Wichtiges fehlt.

Dein erster Wochenplan

Hier ein realistischer Plan für eine 15 Kilo schwere Hündin mit normalem Bewegungspensum (etwa 350 Gramm Futter pro Tag):

Montag bis Mittwoch: 200 g Hähnchenbrust gekocht, 70 g gedämpfte Karotten und Zucchini, 80 g gekochter Reis, 1 TL Lachsöl, 1,5 g Eierschalenpulver

Donnerstag bis Samstag: 200 g Rindergulasch (mager, durchgegart), 70 g pürierter Kürbis, 80 g Süsskartoffel, 1 TL Lachsöl, 1,5 g Eierschalenpulver

Sonntag (Ruhetag-light): 200 g gekochter Lachs ohne Gräten, 70 g Brokkoli weichgekocht, 80 g Hirse, kein zusätzliches Öl (Lachs liefert genug), 1,5 g Eierschalenpulver

Du wirst merken: Nach drei, vier Tagen wird das Fell glänzender. Die Verdauung beruhigt sich meistens in der zweiten Woche. Der Kot wird kleiner und fester — das ist ein super Zeichen, dass die Nährstoffe gut verwertet werden.

Was du nicht reinpacken solltest

Zwiebeln, Knoblauch in grossen Mengen, Weintrauben, Avocado, rohes Schwein, Macadamianüsse. Auch stark gewürzte Reste vom Vortag haben nichts im Hundenapf zu suchen. Salz vermeiden, Zucker sowieso.

Wann du die Tierärztin fragen solltest

Wenn dein Hund Vorerkrankungen hat (Niere, Leber, Allergien), ist Selbstkochen eine super Option — aber bitte nicht ohne Plan. Die Verhältnisse müssen dann angepasst werden, manchmal radikal. Auch bei Welpen unter 12 Monaten und bei tragenden Hündinnen ist eine professionelle Beratung Pflicht. Bei einem gesunden erwachsenen Hund kannst du gut alleine starten und nach vier Wochen ein Blutbild machen lassen.

Mengen ausrechnen ist nervig — geht aber auch einfach

Das Berechnen der Tagesmenge nach Gewicht, Aktivität und Lebensphase ist ehrlich gesagt der einzige Teil, der wirklich Mathe verlangt. Die DoggoMeal-App rechnet dir das automatisch aus — Futtermenge, Calciumbedarf, Öl-Dosierung pro Tag, alles auf einen Blick. App laden.

DoggoMeal Redaktion

Geschrieben von

DoggoMeal Redaktion

Die DoggoMeal Redaktion arbeitet seit 2024 an einer Hunde-Rezepte-App. Im Team kochen wir täglich frisch für vier Hunde — Border Collie, Labrador, Mischling und French Bulldog — und schreiben unsere Erfahrungen, Mengen und Lessons Learned in dieses Magazin. Jede Aussage zu Mengen oder Krankheiten checken wir gegen den Tierschutzbund, den VDH oder Studien aus PubMed.

Häufige Fragen

+Brauche ich für selbstgekochtes Futter zwingend Supplemente?

Ja, fast immer. Calcium fehlt sonst praktisch immer, und je nach Rezept auch Jod, Zink oder Vitamin E. Eierschalenpulver oder Calciumcarbonat sind die einfachsten Quellen. Am besten einmal mit der Tierärztin oder einem Ernährungsberater den Plan checken lassen.

+Wie lange hält selbstgekochtes Hundefutter im Kühlschrank?

Drei Tage im Kühlschrank, drei Monate im Tiefkühler. Wir kochen meistens für vier bis fünf Tage und frieren den Rest in Tagesportionen ein. Das spart ehrlich gesagt eine Menge Zeit.

+Kann ich auch Reste vom Familienessen geben?

Vorsicht. Zwiebeln, Knoblauch, viel Salz oder scharfe Gewürze sind tabu. Pures gekochtes Hähnchen ohne Würze, Reis oder gedämpftes Gemüse sind okay. Aber als Hauptfutter reicht das nicht — da fehlt das Verhältnis.

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