Wann sollte ich von Welpen- auf Adult-Futter umstellen? — Welpenfutter Adult, Futter umstellen Hund
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Wann sollte ich von Welpen- auf Adult-Futter umstellen?

Klein, mittel, groß oder Riesenrasse — wann der richtige Moment für Adult-Futter ist und wie du in 7 bis 10 Tagen sanft umstellst, ohne Bauchprobleme.

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Nami als Welpe mit einem kleinen Hundefreund

Nami ist mit ca. 12 Monaten auf Adult-Mengen umgestellt — das war ein langsamer Übergang über 2-3 Wochen, sonst war ihr Magen überfordert.

Eine Halterin aus unserer Community hat mich letzte Woche gefragt: „Mein Labrador ist jetzt 11 Monate alt, 28 kg, sieht aus wie ein erwachsener Hund. Kann ich umstellen?" Die ehrliche Antwort: nein, noch nicht. Er sieht erwachsen aus — aber seine Wachstumsfugen sind noch offen. Bei Labradoren erst mit etwa 18 Monaten geschlossen. Adult-Futter würde ihm jetzt nicht das geben, was er noch braucht.

Die Frage „wann umstellen" ist eine der häufigsten in der Community. Und sie hat keine Universal-Antwort — die Größe deines Hundes entscheidet. Ich gehe das mit dir durch.

Warum das Timing wichtig ist

Welpenfutter hat mehr Energie, mehr Protein und ein angepasstes Calcium-Phosphor-Verhältnis. Das brauchen Hunde so lange, wie sie wachsen. Sobald die Wachstumsfugen geschlossen sind und der Hund seine Endgröße erreicht hat, wird Welpenfutter zu energiereich. Folge: Übergewicht.

Aber: Wenn du zu früh umstellst, fehlen genau die Bausteine, die der Hund noch fürs Wachstum braucht. Bei kleinen Rassen ist das halb so wild — die wachsen schnell und sind schnell fertig. Bei großen und Riesenrassen kann ein zu früher Wechsel auf Adult-Futter Knochen- und Gelenkprobleme nach sich ziehen, die du erst Jahre später siehst.

Die Zeitfenster — nach Größe sortiert

Hier die Orientierung, die sich in der Praxis bewährt hat und die auch der VDH und die meisten deutschen Tierärzte empfehlen:

  • Kleine Rassen bis 10 kg (Yorkshire, Chihuahua, Malteser, Französische Bulldogge bis 12 kg): 10 bis 12 Monate
  • Mittelgroße Rassen 10 bis 25 kg (Beagle, Border Collie, Cocker Spaniel): 12 bis 15 Monate
  • Große Rassen 25 bis 45 kg (Labrador, Schäferhund, Golden Retriever, Boxer): 18 Monate
  • Riesenrassen über 45 kg (Dogge, Berner Sennen, Bernhardiner, Mastiff): bis 24 Monate

Ein 12 Monate alter Yorkie ist also ausgewachsen. Ein 12 Monate alter Berner Sennen ist gerade mal in der Pubertät. Die Bedürfnisse sind komplett anders.

Anzeichen, dass das Wachstum vorbei ist

Das Alter ist eine Orientierung, kein Gesetz. Hunde sind individuell. Diese Signale zeigen dir, dass dein Hund das Wachstum hinter sich hat:

  • Gewicht stagniert seit mindestens 4 bis 6 Wochen
  • Die Pfoten wirken proportional zum Körper, nicht mehr „zu groß"
  • Aktivitätslevel ist konstant erwachsen, nicht mehr welpenhaft sprunghaft
  • Der Tierarzt bestätigt geschlossene Wachstumsfugen (per Tastbefund oder Röntgen)

Bei großen Rassen kannst du beim nächsten Tierarztbesuch einfach fragen, ob die Fugen schon zu sind. Das geht ohne Aufwand und gibt dir Sicherheit. Übrigens: Hündinnen sind oft etwas früher fertig als Rüden derselben Rasse.

Die schrittweise Umstellung in 7 bis 10 Tagen

Egal welches Alter — die Umstellung selbst läuft immer gleich. Ein abrupter Wechsel führt fast garantiert zu weichem Kot, Blähungen oder Durchfall. Der Magen-Darm-Trakt braucht Zeit, sich anzupassen.

So machst du es:

  • Tag 1 bis 2: 80 Prozent altes Futter, 20 Prozent neues
  • Tag 3 bis 4: 60 Prozent altes, 40 Prozent neues
  • Tag 5 bis 6: 40 Prozent altes, 60 Prozent neues
  • Tag 7 bis 8: 20 Prozent altes, 80 Prozent neues
  • Tag 9 bis 10: 100 Prozent neues Futter

Wenn dein Hund einen empfindlichen Magen hat, dehne das auf 14 Tage aus. Lieber zu langsam als zu schnell. Beobachte den Kot — wird er weich oder ist Blut zu sehen, geh einen Schritt zurück und bleib zwei Tage länger auf dem letzten Verhältnis.

Ach so, ein häufiger Stolperstein: Manche Halter mischen einfach trockenes Welpenfutter mit Adult-Nassfutter. Das geht zwar, ist aber für viele Hunde verwirrend. Wenn möglich: gleiche Konsistenz mischen.

Was sich nach der Umstellung ändert

Adult-Futter hat weniger Kalorien pro Gramm. Wenn du die gleiche Menge weiterfütterst wie beim Welpenfutter, ist das oft zu wenig — oder genau richtig, je nach Marke. Die Empfehlung auf der Packung ist ein Startpunkt. Wieg deinen Hund nach zwei Wochen erneut und passe an.

Außerdem reichen jetzt zwei Mahlzeiten am Tag. Manche Hunde bleiben gerne bei dreien, das ist Geschmackssache. Bei tiefbrüstigen Rassen wie Schäferhund oder Dogge sind drei kleinere Portionen wegen des Magendrehungsrisikos sogar empfehlenswert.

Die DoggoMeal-App passt automatisch an deinen Hund an — sie weiß, wann der richtige Umstellungszeitpunkt ist, schlägt dir den Plan vor und passt Mengen, Mahlzeitenzahl und Nährstoffe dynamisch an Alter und Gewicht an. Du musst nicht selbst überlegen, ob dein Border Collie jetzt schon „adult genug" ist. App laden und in zwei Minuten den ersten passenden Wochenplan für deinen Junghund sehen.

DoggoMeal Redaktion

Geschrieben von

DoggoMeal Redaktion

Die DoggoMeal Redaktion arbeitet seit 2024 an einer Hunde-Rezepte-App. Im Team kochen wir täglich frisch für vier Hunde — Border Collie, Labrador, Mischling und French Bulldog — und schreiben unsere Erfahrungen, Mengen und Lessons Learned in dieses Magazin. Jede Aussage zu Mengen oder Krankheiten checken wir gegen den Tierschutzbund, den VDH oder Studien aus PubMed.

Häufige Fragen

+Mit welchem Alter sollte ich auf Adult-Futter umstellen?

Kleine Rassen mit 10 bis 12 Monaten, mittelgroße mit 12 bis 15 Monaten, große Rassen wie Labrador oder Schäferhund mit 18 Monaten, Riesenrassen wie Dogge oder Berner Sennen erst mit 24 Monaten.

+Wie lange sollte die Umstellung dauern?

Mindestens 7, besser 10 Tage. Du mischst altes und neues Futter und erhöhst den Anteil des neuen Futters täglich um etwa 10 Prozent. So vermeidest du Durchfall und Magenprobleme.

+Was passiert, wenn ich zu früh umstelle?

Adult-Futter hat weniger Energie und ein anderes Calcium-Phosphor-Verhältnis. Bei großen Rassen kann zu früher Wechsel die Knochengesundheit beeinträchtigen — im schlimmsten Fall mit Spätfolgen wie HD.

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