Darf mein Hund Weintrauben essen?

Unser UrteilNein

Trauben und Rosinen können bei Hunden ein akutes Nierenversagen auslösen.

Nein, Weintrauben sind für Hunde giftig – ebenso Rosinen, Sultaninen und Korinthen. Sie können ein akutes Nierenversagen auslösen. Wie viel gefährlich ist, lässt sich nicht vorhersagen, eine sichere Menge gibt es nicht. Hat dein Hund Trauben gefressen, ruf sofort die Tierarztpraxis oder eine Tierklinik an, auch wenn er noch keine Symptome zeigt.

Notfall

Hat dein Hund Weintrauben gefressen?

Ruf sofort die Tierarztpraxis, den tierärztlichen Notdienst oder eine Tierklinik an – auch wenn dein Hund nur wenige Trauben gefressen hat und noch fit wirkt. Notiere, was er gefressen hat, wie viel und wann, und nimm Verpackung oder Reste mit. Kurz nach dem Fressen kann die Praxis gezielt Erbrechen auslösen; danach folgen meist Infusionen und Kontrollen der Nierenwerte über zwei bis drei Tage. Löse nicht selbst Erbrechen aus und gib keine Hausmittel.

Mögliche Symptome

  • Erbrechen oder Durchfall, oft innerhalb von 6 bis 12 Stunden
  • Fressunlust
  • Schlappheit und Schwäche
  • Bauchschmerzen
  • Starker Durst
  • Austrocknung
  • Zittern
  • Wenig oder gar kein Urin – Zeichen eines Nierenversagens, meist 24 bis 72 Stunden nach dem Fressen

Wann zum Tierarzt?

Sofort, nicht erst bei Symptomen. Die Behandlung wirkt am besten, bevor die Nieren geschädigt sind, und die Blutwerte können in den ersten Stunden noch normal sein. Ist deine Praxis nicht erreichbar, hilft der tierärztliche Notdienst. Giftinformationszentren wie der Giftnotruf Bonn (0228 19240) oder das GIZ-Nord in Göttingen (0551 19240) beraten je nach Kapazität auch bei Tieren.

Ab welcher Menge?

Eine sichere Menge ist nicht bekannt. Der Gehalt an Weinsäure schwankt stark, und Hunde reagieren unterschiedlich empfindlich. Als grobe Orientierung nennt das Merck Veterinary Manual, dass schon mehr als eine Traube oder Rosine pro 4,5 kg Körpergewicht genug Weinsäure für ein Nierenrisiko enthalten kann – kleinere Mengen gelten deshalb nicht als sicher. Rosinen sind klein und konzentriert, davon frisst ein Hund schnell viele.

Im Notfall: Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der tierärztliche Notdienst oder eine Tierklinik. Notiere Menge, Uhrzeit und Verpackung und löse kein Erbrechen selbst aus. Giftinformationszentren beraten vor allem bei Vergiftungen von Menschen und nur je nach Kapazität auch zu Tieren – die erste Adresse für deinen Hund ist die Tierarztpraxis.

Darauf musst du achten

  • Trauben, Rosinen, Sultaninen und Korinthen können bei Hunden ein akutes Nierenversagen auslösen – unabhängig von Rasse, Alter und Größe.
  • Als wahrscheinlicher Auslöser gilt heute die Weinsäure. Hunde scheiden solche organischen Säuren schlecht aus, sie reichern sich in den Nierenkanälchen an. Der Gehalt schwankt je nach Frucht und Reife – deshalb reagieren Hunde so unterschiedlich.
  • Betroffen sind alle Sorten: kernlos oder mit Kernen, rot oder grün, aus dem Garten oder aus dem Supermarkt, bio oder konventionell.
  • Eine sichere Menge ist nicht bekannt. Manche Hunde fressen Trauben scheinbar ohne Folgen, andere erkranken schon nach wenigen Beeren.
  • Rosinen stecken oft versteckt in Müsli, Studentenfutter, Brot, Stollen, Kuchen, Pralinen und Müsliriegeln.
  • Hört die Urinproduktion auf, ist die Prognose schlecht. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten.
Vorbeugen

So schützt du deinen Hund vor Weintrauben

So beugst du vor

  1. Trauben und Rosinen außer Reichweite aufbewahren
  2. Mülleimer und Kompost hundesicher verschließen
  3. Kinder und Gäste bitten, nichts davon abzugeben
  4. Zutatenlisten von Gebäck, Müsli und Snacks auf Rosinen prüfen
  5. Weinreben im Garten absichern, wenn dein Hund dort frei läuft

Auf keinen Fall

  • Trauben oder Rosinen als Leckerli geben, auch keine einzelne Beere
  • Nach dem Fressen abwarten, ob Symptome kommen
  • Selbst Erbrechen auslösen, etwa mit Wasserstoffperoxid oder dem Finger im Hals
  • Milch, Öl oder andere Hausmittel einflößen

Wie oft?

Nie – auch nicht einzelne Beeren, ein Stück Rosinenbrötchen oder Stollen.

FAQ

Häufige Fragen zu Weintrauben

Sind auch kernlose oder grüne Trauben giftig?

Ja. Vergiftungen wurden nach kernlosen und kernhaltigen, roten und grünen, gekauften und selbst angebauten, bio und konventionellen Trauben beobachtet.

Sind Rosinen, Sultaninen und Korinthen gefährlich?

Ja. Sie sind getrocknete Trauben und genauso gefährlich. Weil sie klein und konzentriert sind, frisst ein Hund schnell viele davon – etwa aus Müsli, Studentenfutter, Stollen oder Rosinenbrötchen.

Ist eine einzelne Traube schon gefährlich?

Das lässt sich nicht vorhersagen. Bei manchen Hunden reicht schon eine Traube, um krank zu werden, andere fressen mehr ohne Symptome. Weil niemand weiß, wie empfindlich dein Hund ist, ist auch eine einzelne Traube ein Grund, die Tierarztpraxis anzurufen.

Darf mein Hund Traubensaft oder Wein trinken?

Nein. Traubensaft, Gelee und Wein werden in tierärztlichen Quellen bisher nicht mit Nierenversagen in Verbindung gebracht, vermutlich weil die Verarbeitung die Weinsäure verringert. Saft ist trotzdem zuckerreich, und Alkohol ist für Hunde gefährlich. Beides gehört nicht in den Napf.

Sind Johannisbeeren auch giftig für Hunde?

Frische Johannisbeeren gehören zu einer anderen Pflanzengattung (Ribes) und wurden nicht mit Nierenschäden in Verbindung gebracht. Verwechslungsgefahr besteht bei Korinthen: Das sind getrocknete kleine Trauben – und die sind gefährlich.

Gilt das auch für Welpen und große Hunde?

Ja. Trauben und Rosinen können Hunde jeden Alters, jeder Rasse und jeder Größe schädigen. Ein großer Hund ist nicht automatisch sicher.

Warum vertragen manche Hunde Trauben und andere nicht?

Vermutlich, weil der Gehalt an Weinsäure je nach Frucht und Reife stark schwankt und Hunde unterschiedlich empfindlich sind. Vorhersagen lässt sich das nicht. Dass ein Hund schon einmal Trauben ohne Folgen gefressen hat, heißt deshalb nicht, dass er sie verträgt.

Wie wird eine Traubenvergiftung behandelt?

Ein Gegenmittel gibt es nicht. Die Tierarztpraxis löst möglichst früh Erbrechen aus – das kann auch nach einigen Stunden noch sinnvoll sein, weil die Früchte lange im Magen bleiben. Danach folgen meist Infusionen über mindestens zwei Tage und wiederholte Kontrollen der Nierenwerte. Versagen die Nieren, kann eine Dialyse nötig werden.

Mein Hund hat vor zwei Tagen Trauben gefressen und wirkt fit – ist alles gut?

Nicht unbedingt. Nierenschäden zeigen sich oft erst 24 bis 72 Stunden nach dem Fressen, zunächst manchmal nur im Blutbild. Lass deinen Hund tierärztlich untersuchen und die Nierenwerte kontrollieren.

Welches Obst kann ich stattdessen geben?

Zum Beispiel Heidelbeeren, Wassermelone ohne Kerne und Schale, Apfel ohne Kerngehäuse oder Erdbeeren – jeweils in kleinen Mengen.

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Belege

Quellen

  1. Grape, Raisin, and Tamarind Toxicosis in Dogs – Merck Veterinary Manual
  2. Grape and raisin toxicity – Cornell University College of Veterinary Medicine
  3. Grape, Raisin, and Currant Poisoning in Dogs – VCA Animal Hospitals
  4. Can Dogs Eat Grapes? Why Grapes and Raisins Are Dangerous for Dogs – American Kennel Club (AKC)
  5. People Foods to Avoid Feeding Your Pets – ASPCA Animal Poison Control Center
  6. Vergiftung beim Hund: Richtig helfen – aber wie? (Presseinformation 30/2012) – Bundestierärztekammer
  7. Giftinformationszentren in Deutschland – Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Geprüft am · DoggoMeal-Redaktion

Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung. Hunde mit Vorerkrankungen – etwa an Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse oder mit Diabetes – und Hunde mit Allergien brauchen oft eigene Regeln. Bei Beschwerden oder Unsicherheit frag deine Tierarztpraxis.

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