Darf mein Hund Zimt essen?
Dürfen Hunde Zimt essen?Nicht nötig
Nicht giftig, aber überflüssig. Heikel sind Zimtöl, eingeatmetes Pulver und süßes Gebäck mit Zimt.
Zimt ist für Hunde nicht giftig, dein Hund braucht ihn aber nicht. Die ASPCA führt Zimt als ungiftig, und die kleine Menge in Gebäck schadet laut AKC nicht. Probleme machen eingeatmetes Pulver, größere Mengen (laut Pet Poison Helpline bei den meisten Tieren erst mehr als ein Teelöffel) und vor allem Zimtöl. Zimtsterne, Lebkuchen und Zimtschnecken sind wegen Zucker, Fett und möglicher Zutaten wie Rosinen oder Xylit tabu.
Gut zu wissen
Zimt genascht, Pulver eingeatmet oder Zimtöl erwischt?
Ein Bissen Gebäck mit etwas Zimt ist wegen des Zimts kein Notfall. Achte eher darauf, ob Rosinen, Xylit (Birkenzucker) oder Schokolade darin steckten. Dann ruf sofort die Tierarztpraxis an. Hat dein Hund eine größere Menge Zimtpulver gefressen, auf einer Zimtstange gekaut, Pulver eingeatmet oder an Zimtöl geleckt, ruf ebenfalls die Praxis an. Löse kein Erbrechen aus. Öl auf Fell oder Haut wäschst du schnell mit Spülmittel ab, die Flasche nimmst du mit in die Praxis.
Mögliche Symptome
- Rötung oder Reizung im Maul
- Husten, Würgen oder Atemnot nach eingeatmetem Pulver
- Erbrechen
- Durchfall
- Veränderter Herzschlag
- Nach Zimtöl: Speicheln und Pfoten am Maul
- Nach Zimtöl: Schwäche, Zittern oder unsicherer Gang
Wann zum Tierarzt?
Sofort nach Kontakt mit Zimtöl, auch ohne Symptome. Ebenso nach einer größeren Menge Zimtpulver, nach einer zerkauten Zimtstange oder wenn dein Hund nach eingeatmetem Pulver hustet oder schwer atmet. Steckten Rosinen oder Xylit im Gebäck, ruf sofort an: Xylit kann schon nach 30 bis 60 Minuten eine starke Unterzuckerung auslösen.
Ab welcher Menge?
Laut Pet Poison Helpline machen bei den meisten Tieren erst mehr als ein Teelöffel Zimtpulver Probleme, beim ätherischen Öl reicht dagegen schon eine kleine Menge. Kleine Hunde können laut AKC schon auf weniger reagieren. Eine genaue Grenze nach Körpergewicht nennen die Quellen nicht.
Im Notfall: Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der tierärztliche Notdienst oder eine Tierklinik. Notiere Menge, Uhrzeit und Verpackung und löse kein Erbrechen selbst aus. Giftinformationszentren beraten vor allem bei Vergiftungen von Menschen und nur je nach Kapazität auch zu Tieren – die erste Adresse für deinen Hund ist die Tierarztpraxis.
Darauf musst du achten
- Zimtpulver und Zimtstangen können das Maul reizen. Zimt kann außerdem sensibilisieren, sodass bei wiederholtem Kontakt Rötungen und Reizungen auftreten. Bei Tieren zeigt sich das eher im Maul als an den Lippen.
- Eingeatmetes Pulver reizt die Lunge und kann Husten, Würgen, Atemnot und Krämpfe der Bronchien auslösen, etwa wenn dein Hund verschütteten Zimt aufleckt.
- Große Mengen Pulver, laut Pet Poison Helpline bei den meisten Tieren mehr als ein Teelöffel, können Erbrechen, Durchfall, Unterzuckerung, einen veränderten Herzschlag und Lebererkrankungen auslösen. Kleine Hunde reagieren laut AKC unter Umständen schon auf weniger.
- Zimtöl ist deutlich gefährlicher als Pulver, schon eine kleine Menge kann Probleme machen. VCA zählt Zimtöl zu den ätherischen Ölen, die für Hunde giftig sind, über das Maul und über die Haut.
- Cassia-Zimt enthält laut BfR deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt. Cumarin kann bei besonders empfindlichen Menschen die Leber schädigen. Eine tierärztliche Mengenangabe für Hunde gibt es dazu in den Quellen nicht.
- Zimtsterne, Lebkuchen, Zimtschnecken und Zimtwaffeln sind zucker- und fettreich. Solches Gebäck kann den Magen verstimmen und möglicherweise eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.
- In Gebäck können Rosinen, Xylit (Birkenzucker), Schokolade, Macadamianüsse oder Muskat stecken. Rosinen und Xylit sind für Hunde giftig, Muskat in großen Mengen ebenfalls.
- Roher Hefeteig, etwa für Zimtschnecken, ist gefährlich, wenn dein Hund größere Mengen davon frisst.
Worauf du im Alltag achtest
Darauf achtest du
- Zimt, Zimtstangen und Gewürzmischungen hoch und geschlossen aufbewahren
- Verschütteten Zimt sofort wegwischen, bevor dein Hund ihn aufleckt
- Zimtöl und Duftöle außer Reichweite lagern
- Zimtstangen aus Punsch- oder Glühweinbechern und von der Deko fernhalten
- Plätzchenteller und Weihnachtsgebäck nicht unbeaufsichtigt stehen lassen
- Hundekekse ohne Zimt, Muskat und Zucker backen
Lieber nicht
- Zimt übers Futter streuen oder als Hausmittel geben
- Zimtsterne, Lebkuchen, Zimtschnecken oder Zimtwaffeln teilen
- Zimtöl im Diffusor verwenden, wenn dein Hund mit im Haushalt lebt
- Zimtöl oder andere ätherische Öle aufs Fell auftragen, auch nicht gegen Zecken
- Zimtkapseln oder andere Nahrungsergänzungsmittel für Menschen geben
- Nach Kontakt mit Zimtöl selbst Erbrechen auslösen
Wie oft?
Nicht gezielt. Die kleine Menge Zimt in einem stibitzten Keks schadet laut AKC nicht, als Gewürz im Napf braucht dein Hund Zimt aber nicht.
Häufige Fragen zu Zimt
Ist Ceylon-Zimt besser als Cassia-Zimt für Hunde?
Die ASPCA führt Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum) als ungiftig für Hunde, die Pet Poison Helpline spricht allgemein von Zimt. Cassia-Zimt enthält laut BfR deutlich mehr Cumarin, das bei besonders empfindlichen Menschen die Leber schädigen kann. Eine Mengenangabe für Hunde gibt es dazu nicht. Als Pulver lassen sich die Sorten kaum unterscheiden. Dein Hund braucht keine von beiden.
Wie viel Zimt ist giftig für Hunde?
Laut Pet Poison Helpline machen bei den meisten Tieren erst mehr als ein Teelöffel Zimtpulver Probleme, beim Zimtöl dagegen schon kleine Mengen. Kleine Hunde können laut AKC empfindlicher sein. Eine Prise, die vom Küchentisch fällt, ist kein Notfall.
Dürfen Hunde Zimtsterne oder Lebkuchen essen?
Nein. Weihnachtsgebäck ist zucker- und fettreich und kann den Magen verstimmen oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen. Dazu können Rosinen, Xylit (Birkenzucker), Schokolade oder Nüsse darin stecken. Muskat, das oft zusammen mit Zimt verwendet wird, ist in großen Mengen giftig. Die kleine Menge in Plätzchen führt laut Pet Poison Helpline sehr wahrscheinlich nicht zu einer ernsten Vergiftung, kann aber den Magen leicht verstimmen.
Dürfen Hunde Zimtschnecken, Zimtwaffeln oder Kekse mit Zimt essen?
Nein. Der Zimt darin ist nicht das Problem, wohl aber Zucker, Butter und Fett. Manche Rezepte enthalten außerdem Muskat, Rosinen oder Xylit. Roher Hefeteig für Zimtschnecken ist in größeren Mengen gefährlich.
Mein Hund hat auf einer Zimtstange gekaut. Ist das schlimm?
Zimtstangen können das Maul reizen und röten. PetMD rät, sich nach einer zerkauten Zimtstange gleich an die Tierarztpraxis zu wenden. Ruf also an und beschreib, wie viel fehlt.
Darf mein Hund Zimt und Zucker oder Milchreis mit Zimt essen?
Nein. Zimtzucker ist ungesund und kann den Magen verstimmen. Bei Milchreis kommt die Milch dazu: Viele Tiere vertragen laut Pet Poison Helpline Milchzucker schlecht. Auch Fertig-Porridge und Apfelmus mit Zimt sind wegen Zucker und möglicher Zusätze wie Muskat oder Xylit nichts für deinen Hund.
Ist Zimtgeruch schlimm für Hunde, etwa aus Duftöl oder Diffusor?
Heikel ist das Öl. Ätherische Öle, auch Zimtöl, sind laut PetMD weder zum Fressen noch zum Einatmen sicher, PetMD rät deshalb vom Diffusor in einem Haushalt mit Hund ab. Duftöle und flüssige Raumdüfte mit Zimt gehören außer Reichweite: Laut VCA können sich Hunde vergiften, wenn sie davon kosten, an ausgelaufenen Fläschchen lecken oder das Öl aus dem Fell schlecken.
Darf ich Zimtöl gegen Zecken auf das Fell meines Hundes geben?
Nein. Zimtöl gehört laut VCA zu den ätherischen Ölen, die für Hunde giftig sind, auch über die Haut. VCA rät, nie ein unverdünntes ätherisches Öl auf ein Tier aufzutragen. Zeckenschutz sprichst du mit der Tierarztpraxis ab.
Ist Zimt gesund für Hunde, etwa bei Diabetes?
Belegt ist das nicht. Laut AKC sind die gesundheitlichen Wirkungen von Zimt schon beim Menschen nicht schlüssig bewiesen, auf Hunde lässt sich das nicht einfach übertragen. Hat dein Hund Diabetes, gehört die Behandlung in die Tierarztpraxis. Zimtkapseln für Menschen können laut BfR viel Cassia-Zimt enthalten und gehören nicht in den Napf.
Mein Hund hat etwas Zimt aufgeleckt. Muss ich zum Tierarzt?
Bei einer kleinen Menge meist nicht. Beobachte deinen Hund. Ruf die Tierarztpraxis an, wenn er eine größere Menge erwischt hat (etwa einen Teelöffel, bei kleinen Hunden schon weniger), hustet, schwer atmet oder Rötungen im Maul zeigt. Bei Zimtöl rufst du sofort an.
Warum steckt Zimt in manchen Hundeleckerli?
Hersteller werben laut PetMD vor allem mit Antioxidantien. Ein Nutzen für Hunde ist aber nicht belegt, laut AKC sind die Wirkungen schon beim Menschen nicht schlüssig bewiesen. Dein Hund braucht keine Leckerli mit Zimt.
Kann ich Hundekekse mit Zimt backen?
Lass den Zimt einfach weg, Hundekekse brauchen ihn nicht. Muskat, Zucker und Xylit gehören ebenfalls nicht hinein, Rosinen und Schokolade sowieso nicht.
Ähnliche Lebensmittel
- NeinSonstigesKümmelKümmel gilt laut ASPCA als giftig für Hunde, meist mit leichtem Erbrechen oder Durchfall.Zur Antwort
- NeinObstWeintraubeTrauben und Rosinen können bei Hunden ein akutes Nierenversagen auslösen.Zur Antwort
- JaObstApfelOhne Kerngehäuse, Kerne und Stiel, in Spalten oder kleinen Stücken.Zur Antwort
- In MaßenGetreide & BeilagenHaferflockenPur und mit Wasser gekocht, in kleinen Mengen und höchstens zweimal pro Woche.Zur Antwort
- In MaßenGetreide & BeilagenZwiebackNur einfacher Zwieback ohne Schokolade oder Rosinen, wegen Zucker und Kalorien selten.Zur Antwort
Quellen
- Toxic and Non-Toxic Plants: Cinnamon – ASPCA Animal Poison Control Center
- Nutmeg and Cinnamon Toxicity – Pet Poison Helpline
- Pumpkin Spice – Naughty or Nice? – Pet Poison Helpline
- Can Dogs Eat Cinnamon? – American Kennel Club (AKC)
- Can Dogs Have Cinnamon? – PetMD (tierärztlich geprüft)
- Essential Oil and Liquid Potpourri Poisoning in Dogs – VCA Animal Hospitals
- Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln – Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
- Vergiftungssteckbrief Xylit – TFA-Wissen
Geprüft am · DoggoMeal-Redaktion
Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung. Hunde mit Vorerkrankungen – etwa an Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse oder mit Diabetes – und Hunde mit Allergien brauchen oft eigene Regeln. Bei Beschwerden oder Unsicherheit frag deine Tierarztpraxis.
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