Ernährung

Quark und Hüttenkäse für Hunde: wie viel, wie oft?

Quark und Hüttenkäse für Hunde: wie viel als Extra passt, was Laktose ausmacht und was für Parmesan, Feta, Mozzarella, Butter und Crème fraîche gilt.

Von der DoggoMeal-RedaktionVeröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Magerquark und Hüttenkäse sind für Hunde, die Milchprodukte vertragen, ein eiweißreiches Extra. Als Leckerli zählen sie zusammen mit allen anderen Snacks zu den höchstens 10 % der Tageskalorien – bei einem 10-kg-Hund also zu rund 63 kcal. Weil Hunde nur wenig Laktase bilden, fängst du klein an und lässt Milchprodukte bei weichem Kot weg. Gereifter Hartkäse ist praktisch laktosefrei, aber energiereich und salzig; Butter und Crème fraîche sind vor allem Fett.

Magerquark und Hüttenkäse sind für Hunde, die Milchprodukte vertragen, ein eiweißreiches Extra. Als Leckerli zählen sie zusammen mit allen anderen Snacks zu den höchstens 10 % der Tageskalorien – bei einem 10-kg-Hund also zu rund 63 kcal. Weil Hunde nur wenig Laktase bilden, fängst du klein an und lässt Milchprodukte bei weichem Kot weg. Gereifter Hartkäse ist praktisch laktosefrei, aber energiereich und salzig; Butter und Crème fraîche sind vor allem Fett.

Quark ist bei vielen Hunden heiß begehrt – als Topping, im Kong oder als Belohnung. Hier steht, wie viel davon passt, warum manche Hunde Milchprodukte schlecht vertragen und was für den Käse vom Frühstückstisch gilt.

Warum Milchprodukte nicht jedem Hund bekommen

Milch enthält Milchzucker (Laktose). Um ihn zu verdauen, braucht es das Enzym Laktase – und davon haben Hunde laut der Tiergift-Beratung der ASPCA nur wenig. Milch und Milchprodukte können deshalb Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden auslösen. Wie stark, ist von Hund zu Hund verschieden.

Entscheidend ist, wie viel Laktose im jeweiligen Produkt steckt. Gereifter Käse enthält kaum noch Milchzucker, Frischkäse dagegen deutlich mehr. Werte aus der Schweizer Nährwertdatenbank zeigen den Unterschied:

ProduktPortionLaktose
Magerquark250 gca. 10,5 g
Mozzarella75 gca. 0,5 g
Käse in Salzlake (Feta-Art)60 gca. 0,8 g
Hartkäse, z. B. Emmentaler, Gruyère40 g0 g
Butter20 gca. 0,2 g

Auf 100 g gerechnet hat Magerquark damit rund 4 g Laktose, Mozzarella unter 1 g. Einzelne Produkte können abweichen.

Quark und Hüttenkäse: so viel passt

Für alles, was zusätzlich zum Hauptfutter in den Napf kommt, empfiehlt die WSAVA, der Weltverband der Kleintiermedizin: zusammen weniger als 10 % der Tageskalorien. Ein kastrierter, normal aktiver 10-kg-Hund braucht rund 630 kcal am Tag, sein Snack-Budget liegt also bei etwa 63 kcal. Den Wert für deinen Hund liefert der Rechner: Kalorienbedarf deines Hundes berechnen.

Die Grammzahl ergibt sich aus der Packung: Gramm = Snack-Budget ÷ kcal pro 100 g × 100. Nennt dein Magerquark zum Beispiel 70 kcal pro 100 g, wären 63 kcal rechnerisch 90 g – allerdings nur an einem Tag ohne andere Leckerli. Zum Ausprobieren reicht ein Teelöffel. Ist der Kot am nächsten Tag normal, kannst du etwas mehr geben.

Darauf achtest du beim Einkauf:

  • Fettarm: Magerquark und Hüttenkäse in der leichten Stufe haben weniger Kalorien als Sahne- oder Rahmquark. Maßgeblich ist die Angabe auf der Packung.
  • Ungesüßt und naturbelassen: Kein Fruchtquark, kein Pudding, keine Desserts. Xylit (Birkenzucker) kann bei Hunden gefährliche Unterzuckerung auslösen.
  • Ohne Kräuter und Würze: Kräuterquark, Knoblauch-Dips oder Frischkäse mit Schnittlauch sind tabu. Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch können bei Hunden die roten Blutkörperchen schädigen.

Wie oft? Eine feste Regel gibt es nicht. Verträgt dein Hund Quark und bleibt die Menge im Budget, ist eine kleine Portion am Tag in Ordnung. Ist dein Hund im Diät-Modus, zählt das Topping zu den Diät-Kalorien – mehr dazu im Ratgeber Hund abnehmen lassen: Diätplan.

Bei Durchfall kann magerer Hüttenkäse oder Magerquark einen Teil des Huhns in der Schonkost ersetzen, sofern dein Hund Milchprodukte sonst gut verträgt. Wie das geht, steht im Ratgeber Schonkost für Hunde bei Durchfall.

Käse: Parmesan, Feta, Mozzarella und Co.

Bei Käse ist weniger die Laktose das Thema als die Energie: 28 g Cheddar haben laut WSAVA rund 120 kcal, 28 g magere Putenbrust ohne Haut nur rund 50 kcal. Für einen 10-kg-Hund wären etwa 15 g Cheddar schon das komplette Snack-Budget des Tages. Käse eignet sich deshalb als kleiner, besonderer Happen – in Würfeln so groß wie eine Erbse.

  • Parmesan und andere Hartkäse: praktisch laktosefrei, aber salzig und fettreich. Ein paar Krümel als Trainingsbelohnung sind in Ordnung, als regelmäßiger Snack ist er ungeeignet. Zu viel Salz macht Durst und kann in großen Mengen eine Vergiftung auslösen.
  • Feta: reift in Salzlake und ist entsprechend salzig. Höchstens ausnahmsweise ein kleines Stück.
  • Mozzarella: mild und laut Nährwerttabelle laktosearm. Ein paar kleine Stücke gehen – Pizza-Reste mit Zwiebeln oder Knoblauch nicht.
  • Käse mit Zusätzen: Sorten mit Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch oder Kräutermischungen lässt du weg.

Versteckst du Tabletten in Käse, zählt auch das zu den Leckerli. Ein kleines Stück reicht meist, um die Tablette zu umhüllen.

Butter und Crème fraîche: vor allem Fett

Butter enthält kaum Laktose, besteht aber laut EU-Vorschrift zu mindestens 80 % aus Milchfett. Crème fraîche ist ein Sahneerzeugnis mit hohem Fettanteil, den genauen Wert nennt die Packung. Fett kann bei Hunden Erbrechen und Durchfall auslösen und bei manchen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) begünstigen, warnt die ASPCA. Größere Mengen Essensreste gelten laut Merck Veterinary Manual als häufiger Risikofaktor dafür.

Als Zutat für den Hundenapf brauchst du weder Butter noch Crème fraîche. Für Hunde mit Übergewicht oder einer Pankreatitis in der Vorgeschichte sind sie besonders ungeeignet. Hat dein Hund ein Stück Butter vom Tisch erwischt, beobachte ihn. Erbricht er, hat er Bauchschmerzen oder wirkt er schlapp, ruf die Tierarztpraxis an.

Wann du Milchprodukte besser weglässt

  • Dein Hund bekommt nach Quark, Joghurt oder Käse weichen Kot oder Blähungen.
  • Er steckt mitten in einer Ausschlussdiät. Milchprodukte gehören laut einer Auswertung veröffentlichter Fälle zu den häufigsten Auslösern von Futtermittelallergien beim Hund – gefüttert wird dann nur, was die Tierarztpraxis vorgibt.
  • Er hatte schon einmal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder bekommt eine fettarme Diät.
  • Er soll abnehmen und das Snack-Budget ist mit anderen Leckerli schon ausgeschöpft.

Welche Lebensmittel sonst in den Napf dürfen, zeigt die Lebensmittel-Liste von A bis Z.

Quark als fester Bestandteil der Ration

Soll Quark nicht nur Leckerli sein, sondern regelmäßig Teil der selbstgekochten Mahlzeit, muss er ins Rezept eingerechnet werden – sonst verschieben sich Kalorien und Nährstoffe. Die DoggoMeal-App berechnet Rezepte mit Gramm pro Zutat passend zu Gewicht, Alter und Aktivität deines Hundes und merkt sich, was er nicht verträgt. App laden.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie viel Quark darf mein Hund am Tag essen?

Als Extra gilt die Empfehlung der WSAVA: Alle Leckerli zusammen bleiben unter 10 % der Tageskalorien. Bei einem kastrierten, normal aktiven 10-kg-Hund mit rund 630 kcal Tagesbedarf sind das etwa 63 kcal – für Quark und alle anderen Snacks zusammen. Wie viele Gramm das sind, rechnest du mit der kcal-Angabe auf deiner Packung aus. Fang mit einer kleinen Menge an und beobachte den Kot.

Wie oft darf mein Hund Quark oder Hüttenkäse bekommen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Verträgt dein Hund Milchprodukte und bleibt die Menge im Snack-Budget, spricht nichts gegen eine kleine Portion am Tag. Wird der Kot weich oder hat er Blähungen, lässt du Milchprodukte weg.

Dürfen Hunde Käse essen?

In kleinen Mengen ja, wenn sie ihn vertragen. Gereifter Hartkäse enthält praktisch keine Laktose, ist aber energiereich: 28 g Cheddar haben laut WSAVA rund 120 kcal – rund 15 g wären schon das ganze Snack-Budget eines 10-kg-Hundes. Käse mit Zwiebel, Knoblauch oder Schnittlauch ist tabu.

Dürfen Hunde Butter essen?

Butter besteht zu mindestens 80 % aus Fett. Fett kann bei Hunden Erbrechen und Durchfall auslösen und bei manchen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung begünstigen. Als Zutat oder Leckerli ist sie deshalb ungeeignet. Hat dein Hund ein Stück erwischt und erbricht danach, hat Bauchschmerzen oder wirkt schlapp, ruf die Tierarztpraxis an.

Ist laktosefreier Quark besser für meinen Hund?

Für Hunde, die auf normalen Quark mit weichem Kot reagieren, kann laktosefreier Quark eine Alternative sein. Kalorien, Fett und Eiweiß ändern sich dabei kaum – er zählt also genauso zum Snack-Budget. Steckt eine Futtermittelallergie gegen Milcheiweiß dahinter, hilft laktosefrei nicht.

Belege

Quellen

Auf diese Fachquellen stützt sich der Artikel. Wie wir arbeiten, steht unter Redaktion & Methodik.

  1. Feeding treats to your dog (10-%-Regel, Energiegehalt von Käse und magerem Fleisch) – WSAVA Global Nutrition Committee
  2. People Foods to Avoid Feeding Your Pets (Milchprodukte, Zwiebel und Knoblauch, Xylit, Salz, Fett) – ASPCA Animal Poison Control Center
  3. Wie viel Laktose ist enthalten? (Berechnungen nach Colombani, Die Zusammensetzung von Schweizer Lebensmitteln, 2013) – Swissmilk – Schweizer Milchproduzenten SMP
  4. Verordnung (EU) Nr. 1308/2013, Anhang VII (Butter: Milchfettgehalt mindestens 80 %) – Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union
  5. Pancreatitis and Other Disorders of the Pancreas in Dogs – Merck Veterinary Manual, Pet Owner Version
  6. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats – Mueller, Olivry & Prélaud, BMC Veterinary Research (2016)
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DoggoMeal ist eine App für Hundeernährung, gegründet und betrieben von Kim Marques. Im Alltag immer dabei ist Shiba-Hündin Nami – ihre Erlebnisse mit Futterwechsel, Schonkost und Co. tauchen in vielen Artikeln als persönliche Beispiele auf.

Unsere Inhalte orientieren sich an den Empfehlungen von NRC, WSAVA und FEDIAF. Die Quellen zu diesem Artikel findest du oben unter „Quellen“. Die Artikel ersetzen keine tierärztliche Beratung – wenn dein Hund Beschwerden hat, sprich bitte mit deiner Tierarztpraxis.

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